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Frieden mit den Eltern schließen

  • Autorenbild: Katja Lenz
    Katja Lenz
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Frieden mit den Eltern schließen – und mit der eigenen Geschichte


Manche Beziehungen begleiten uns ein Leben lang – auch dann, wenn wir längst erwachsen sind.


Die Beziehung zu unserer Mutter und zu unserem Vater kann uns tief prägen. Sie kann uns Halt und Geborgenheit gegeben haben. Aber vielleicht gab es auch Verletzungen, Enttäuschungen, fehlende Nähe, Unverständnis oder Dinge, über die nie gesprochen wurde.


Und manchmal merken wir erst viele Jahre später, wie sehr uns diese Erfahrungen noch beschäftigen.

Friedliche Landschaft

  • Vielleicht gibt es Situationen, in denen du immer wieder ähnlich reagierst.

  • Vielleicht fühlst du dich schnell nicht gut genug.

  • Vielleicht fällt es dir schwer, deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.

  • Vielleicht suchst du noch heute nach Anerkennung, die du dir als Kind so sehr gewünscht hast.

  • Vielleicht ist da auch eine tiefe Verbitterung.


Und vielleicht kommt irgendwann die Frage:

Wie kann ich Frieden mit meiner Vergangenheit finden?


Frieden bedeutet nicht, dass alles gut war

Wenn wir davon sprechen, mit den Eltern Frieden zu schließen, entsteht manchmal der Eindruck, wir müssten vergeben, vergessen oder sogar wieder Nähe zulassen.

Doch darum geht es nicht.


Frieden bedeutet nicht, dass du gutheißen musst, was geschehen ist.


  • Du darfst anerkennen, dass dich etwas verletzt hat.

  • Du darfst traurig sein über das, was dir gefehlt hat.

  • Du darfst wütend sein.

  • Und du darfst gleichzeitig entscheiden, dass diese Erfahrungen nicht mehr bestimmen sollen, wie du heute dein Leben führst.


Frieden kann bedeuten, die eigene Geschichte anzunehmen – mit allem, was dazugehört.


Die eigene Mutter sehen – als Mensch und als Mutter

Gerade die Beziehung zur eigenen Mutter kann sehr tief gehen.

Vielleicht hast du dir mehr Nähe gewünscht. Mehr Verständnis. Mehr Schutz. Mehr Anerkennung. Mehr Liebe. Mehr gesehen werden.


Vielleicht hast du als Kind versucht, es deiner Mutter recht zu machen. Vielleicht hast du früh gelernt, deine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Vielleicht hast du auch viel zu früh viel zu viel Verantwortung übernommen.


Als Erwachsene können wir beginnen, diese alten Muster zu erkennen.

Dabei geht es nicht darum, die eigene Mutter von ihrer Verantwortung freizusprechen.


Es geht vielmehr darum, die Geschichte mit neuen Augen zu betrachten:

  • Was war wirklich meines?

  • Was habe ich als Kind übernommen?

  • Welche Erwartungen trage ich noch heute in mir?

  • Und was darf ich jetzt loslassen?


Auch die Beziehung zum Vater kann Spuren hinterlassen

Auch die Beziehung zum Vater kann unser eigenes Selbstbild und unsere späteren Beziehungen beeinflussen.

  • Vielleicht war dein Vater physisch und/oder emotional nicht erreichbar.

  • Vielleicht war er sehr streng.

  • Vielleicht war er liebevoll, aber selbst mit seinen eigenen Verletzungen beschäftigt.

Manchmal tragen wir als Erwachsene noch immer den Wunsch in uns, endlich gesehen, anerkannt oder verstanden zu werden.


Doch irgendwann dürfen wir uns fragen:

Muss ich heute noch auf etwas warten, das ich damals gebraucht hätte?


Diese Frage kann schmerzhaft sein.

Aber sie kann auch befreiend sein.

Denn dein heutiges Leben darf beginnen, unabhängig davon, ob deine Eltern dir damals alles geben konnten, was du gebraucht hättest.


Du darfst deine Geschichte neu betrachten

Wir können die Vergangenheit nicht verändern.

Aber wir können verändern, wie wir heute mit ihr leben.

  • Vielleicht bedeutet Heilung für dich, alte Gefühle zuzulassen.

  • Vielleicht bedeutet sie, Grenzen zu setzen.

  • Vielleicht bedeutet sie, deiner inneren jüngeren Version mit Mitgefühl zu begegnen.

  • Vielleicht bedeutet sie, deiner Mutter oder deinem Vater innerlich Dinge zu sagen, die nie ausgesprochen wurden.

  • Und vielleicht bedeutet sie irgendwann:

    Ich muss meine Vergangenheit nicht mehr bekämpfen. Sie gehört zu meiner Geschichte – aber sie bestimmt nicht mehr meine Zukunft.


Frieden beginnt bei dir

  • Du musst nicht darauf warten, dass deine Eltern sich verändern.

  • Du musst nicht darauf warten, dass sie sich entschuldigen.

  • Du musst nicht darauf warten, dass sie verstehen, was du gebraucht hättest.


Dein Weg darf bei dir beginnen.

  • Bei dem Menschen, der du heute bist.

  • Bei deinen Bedürfnissen.

  • Bei deinen Grenzen.

  • Bei deinen Entscheidungen.

  • Bei deiner Selbstachtung.


Du darfst aufhören, dich für das verantwortlich zu fühlen, was als Kind nicht in deiner Verantwortung lag.


Und du darfst dir heute selbst geben, was du damals vielleicht vermisst hast: Verständnis, Wertschätzung, Schutz und liebevolle Zuwendung.


Frieden heißt: Ich wähle mich

Vielleicht ist das der wichtigste Schritt:

Nicht länger nur darauf zu schauen, was dir in der Vergangenheit gefehlt hat.

Sondern zu entdecken:

Was brauche ich heute?

  • Was möchte ich in meinem Leben anders machen?

  • Welche alten Muster möchte ich nicht mehr weitertragen?

  • Welche Beziehung möchte ich zu mir selbst entwickeln?


Denn manchmal beginnt Frieden mit den Eltern genau dort, wo wir beginnen, uns selbst nicht mehr zu verlassen.


  • Du musst deine Geschichte nicht verleugnen.

  • Du musst nichts schönreden.

  • Du musst auch niemandem vergeben, wenn sich Vergebung für dich nicht richtig anfühlt.

  • Du darfst deinen eigenen Weg finden.

    Schritt für Schritt. In deinem Tempo.


Und vielleicht entsteht daraus irgendwann ein Gefühl von innerer Freiheit:

Ich kann anerkennen, was war.

Ich kann fühlen, was gefehlt hat.

Ich kann loslassen, was mich nicht mehr tragen muss.

Und ich darf meinen eigenen Weg gehen.


Mein Coaching für Frauen setzt den Fokus auf Verstehen. Meist fehlen uns die unterschiedlichen Sichtweisen auf die entscheidenen Situationen in unserer Kindheit. In der Arbeit mit Eltern ist es wichtig, zu verstehen, warum sie so gehandelt haben. Gleichzeitg ist es wichtig, dass die Eltern die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Und es ist wichtig, dem Anteil in uns zu liebevoll und verständnisvoll zu begegnen. Wir können erreichen, dass wir diesem Anteil alles "zu geben", was er damals gebraucht hätte. Wertvolle Erkenntnisse und Einsichten können entstehen, so dass es möglich wird, dass wir uns von unseren "alten Prägungen" befreien können.


Wenn wir erreichen, dass der Anteil in uns Frieden schließen kann, dann haben wir die Chance innerlich frei zu werden.


 
 
 

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